Die Rauheit ist der Feind der Schichtdickenmessung! Ohne besondere Vorkehrungen werden Schichten auf rauen Metalloberflächen gegenüber Schichten auf glatten Oberflächen immer zu dick gemessen. Wir empfehlen Ihnen mit unseren Surfix® Geräten zwei Methoden, die es erlauben, den Einfluss der Rauheit weitestgehend auszuschalten. Diese Methoden ermöglichen es, die Schichtdicke über den Spitzen zu messen. Für die Beurteilung des Korrosionsschutzes ist gerade die Schichtdicke über den Spitzen von Bedeutung; daher ist der Messwert über den Spitzen besonders wichtig. Für beide Methoden muss zum Kalibrieren die raue Oberfläche zugänglich sein.
Methode A: (geeignet für Rauheiten mit Rz kleiner 20μm) | Nullen Führen Sie die Zweipunkt-Kalibrierung durch. Zum Nullen setzen Sie die Sonde etwa 10 mal auf die raue Oberfläche. Bei der "Folienkalibrierung" setzen Sie die Sonde etwa 5 mal auf. Sie können jetzt messen. Setzen Sie die Sonde jedoch mehrmals auf. Der Mittelwert entspricht dann der mittleren Schichtdicke über den Spitzen. | Methode B: | Vier-Schritt-Methode | (geeignet für Rauheiten mit Rz größer 20μm) | - Kalibrieren des Gerätes auf einer glatten Oberfläche gleicher Form und gleicher Stahlsorte wie der beschichtete raue Messgegenstand (Einpunkt- oder Zweipunkt-Kalibrierung).
- Bestimmen des Rauheitseinflusses. Setzen Sie die Sonde etwa 10 mal auf den rauen unbeschichteten Messgegenstand und bilden Sie aus den Messwerten den Mittelwert
x0 ± s0 {xzero ± StandardabweichungZero}. Dieser Mittelwert x0 ist ein Maß für den Rauheitseinfluss auf das Schichtdickenmessgerät. Zur Mittelwertbildung können Sie auch die Statistik-Funktion des Gerätes benutzen. - Messen der Schichtdicke auf der rauen Oberfläche. Setzen Sie die Sonde etwa 5 bis 10 mal auf die zu messende Schicht. Bilden Sie wie unter Punkt 2 aus den Messwerten
den Mittelwert x0+C {xzero+coating}. Dieser Mittelwert x0+C ergibt sich aus der Schichtdicke plus dem Rauheitseinfluss. - Berechnen Sie die Differenz aus den Mittelwerten x0+C - x0. Die Differenz ist die mittlere Schichtdicke xC über den Spitzen.
|
Beispiel: Aus Punkt 2 ergibt sich z.B. für | x0 ± s0 = 15μm ± 5μm | Aus Punkt 3 ergibt sich z.B. für | x0+C = 80μm | Aus Punkt 4 ergibt sich für | xC = (x0+C - x0) ± s0 ± Toleranz des Gerätes xC = (80μm – 15μm) ±5μm ±(1μm + 1% vom Messwert) xC = 65μm ± 7μm |
Bei kleineren Krümmungsradien sollte auf einem unbeschichteten Messgegenstand gleicher Krümmung geprüft werden, ob der Nullwert oder der Messwert mit einer Kalibrierfolie hinreichend genau gemessen wird oder ob wegen zu großer Abweichung auf der gekrümmten Oberfläche kalibriert werden muss.
|